Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Sicherheit für Silversurfer

Smarte Uhr Lively: Senioren bleiben unabhängig

Das smarte Notrufarmband will sich mit Hilfe von Aktivitätssensoren unauffällig in den Alltag einfügen.

Lifely Senor an einer Duschtüre

© 2016 Lively

Unsere Gesellschaft altert zusehends. Früher stellte meist der Familienverbund sicher, dass auch ältere Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und am Leben teilhaben konnten. Heute ist aber oft niemand mehr in der Nähe, der die nötige Unterstützung leisten könnte. In die Lücke springen Smart-Home-Systeme, die im direkten Wohnumfeld von Senioren zumindest dafür sorgen können, dass Notfälle rechtzeitig bemerkt werden. Entsprechende Produkte werden unter der Bezeichnung Ambient Assisted Living (altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben, abgekürzt AAL) angeboten. Eine besonders ausgeklügelte Variante wird unter dem Namen „Lively“ in den USA vertrieben.

Lifely Sensoren

Die Besonderheiten von Lively

Während viele Assistenzsysteme über einen Notfallknopf gesteuert werden, der um den Hals getragen werden muss, ist das zentrale Modul des Lively-Systems eine Armbanduhr. Diese ist per Drahtlosverbindung mit einem eleganten Hub gekoppelt, der als Verbindungs- und Steuergerät dient.

Lifely Uhr in schwarz und weiß

Die Reichweite ist ordentlich: Selbst wenn die Uhr bis zu 400 Meter vom Hub entfernt wird, bleibt die Funkverbindung erhalten. Eine Besonderheit dieser Lösung liegt darin, dass der Hub nicht über eine Festnetz-Telefonleitung oder eine ortsgebundene Internetleitung mit dem Dienstanbieter verbunden ist, sondern über eine integrierte GSM-Verbindung, wie sie auch von Mobiltelefonen verwendet wird. So kann man die gesamte Technik auch auf Reisen nutzen. Der Nachteil: In Gebieten ohne GSM-Versorgung lässt sich das System nicht einsetzen. Ein Pluspunkt der Uhr ist, dass sie wasserdicht ist. So kann sie rund um die Uhr getragen werden und muss auch beim Waschen nicht abgelegt werden. Die Uhrzeit zeigt sie wahlweise analog oder digital an. Drückt der Anwender die große Notfalltaste an der Seite der Uhr, versucht umgehend ein Mitarbeiter des Notfalldienstes den Träger der Uhr telefonisch zu kontaktieren. Reagiert die angerufene Person nicht, können die vereinbarten Notfallaktionen gestartet werden – also beispielsweise Verwandte oder Bekannte verständigt oder ein Rettungsdienst zu der Wohnung gerufen werden. Diese Funktion ist allerdings bis dato auf Nordamerika beschränkt, da das zuständige Service-Unternehmen hier seinen Sitz hat.

Screenshot der Lively App

Die Smart Watch für Oma bietet aber noch weitere Funktionen: So kann sie etwa den Träger daran erinnern, verordnete Medikamente zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen.Darüber hinaus ermuntert der integrierte Schrittzähler zu einem aktiven Leben. Doch was, wenn man dabei stürzt? Es gelingt längst nicht immer, im Falle eines Unfalls oder einer Ohnmacht selber noch die Notruftaste zu drücken. Für zusätzliche Sicherheit lassen sich deshalb weitere Sensoren mit dem System koppeln. Diese lassen sich an Türen oder Schränken anbringen und senden ein Signal an die Steuereinheit, wenn sie bewegt werden. Über ein übersichtliches Interface am Computer oder am Smartphone können Verwandte so regelmäßig überprüfen, ob sich im Tagesablauf der betreuten Person auffällige Veränderungen ergeben – und notfalls reagieren. Bemerkt das System innerhalb eines vorher festgelegten Zeitraums keine Aktivitäten, kann ebenfalls ein Alarm ausgelöst werden.

Zurückhaltende Kontrolle

Wird ein Sensor etwa an der Tür des Tablettenschranks angebracht, kann so dokumentiert werden, ob die Uhrzeiten zur Medikamenteneinnahme eingehalten werden. So lässt sich auch aus der Ferne überprüfen, ob möglicherweise lebenswichtige Medikamente rechtzeitig eingenommen wurden oder nicht. Wird der Schrank entsprechend dem vorher eingestellten Zeitpunkt geöffnet, kann dadurch auch der Erinnerungsalarm auf der Uhr deaktiviert werden.

Man öffnet Medikamentenbox, die mit einem Lifely Sensor versehen ist

Die Anschaffung eines Lively-Sets ist recht günstig: In den USA kostet die Uhr inklusive Hub und vier Bewegungssensoren gerade mal 50 Dollar. Hinzu kommen dann allerdings noch laufende Kosten, die je nach Abomodell zwischen 30 und 35 Dollar pro Monat liegen. Die Firma wurde als Kickstarter-Projekt 2013 gegründet und hat im Sommer 2015 nach Großbritannien und Irland expandiert. Ob und wann das System auch in Deutschland erhältlich sein wird, steht derzeit noch nicht fest. Gegenüber Mitbewerbern hat Lively den Vorteil, dass es sich nahezu nahtlos in das Leben von älteren Menschen integrieren lässt. Zudem wirken die Komponenten elegant und hochwertig. Und die Eingriffe in den Alltag sind minimal. Voraussetzung für einen zielgerichteten Einsatz ist allerdings, dass jemand vorhanden ist, der sich tatsächlich um den Anwender von Lively sorgt – selbst wenn diese Person sehr weit weg ist. 

Aussichten

Ursprünglich in USA gestartet gibt es Liveley seit 2015 auch in Großbritannien. Zwar macht der Hersteller noch keine Aussage dazu, wann es Liveley auch in Deutschland geben wird, allzu lange wird das aber wohl nicht dauern. Bis dahin kann man auf bereits verfügbare Produkte wie zum Beispiel „Ambiact“ setzen.

Fazit

Natürlich kann kein noch so ausgereiftes technisches System den persönlichen Kontakt ersetzen. Die Alarmuhr und die Sensoren von Lively sind aber so einfach zu bedienen und fügen sich so nahtlos in das Leben ein, dass damit für einen geringen Preis eine erhebliche Steigerung der Sicherheit möglich ist – was jedem, der sich um eine ältere Person sorgt, den moderaten Preis wert sein dürfte.

Andere Artikel mit Themen: Senioren, Smart Home, Notruf

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück